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Schwierigkeiten der Unternehmen bei VerpackG-Meldungen

Meiner Beobachtung nach haben die Unternehmen derzeit folgende Schwierigkeiten mit der Meldung von Verpackungsdaten nach dem neuen Verpackungsgesetz:

  • Die Verpackungsmaterialien und deren Gewichte pro Artikel sind oft gar nicht erfasst. Meistens hat jeder Händler / Produzent seine Software, in der all seine Artikeldaten festgehalten werden. Diese Software (Individualentwicklungen oder Standardsoftware) ist meistens noch gar nicht darauf ausgelegt, Verpackungsdaten zu erfassen, vor allem mit allen Nuancen, die das Verpackungsgesetz vorsieht.
  • Wenn die Software des Kunden das nicht erfassen kann, so kann es nachträglich in Excel eingepflegt werden (so kam die Idee meines Rechners zustande). Aber selbst das haben noch wenige Firmen, meistens haben sie die Daten nämlich gar nicht.
  • Deshalb muss für jeden Artikel erst einmal gemessen und gewogen werden, aus welchen Bestandteilen seine Verpackung besteht. Wenn man im Sortiment mehrere tausend Artikel hat, kann das schon eine Weile dauern. Alternativ muss man den Lieferanten um eine Verpackungs-Spezifikation bitten.
  • Für das Messen und Wiegen muss außerdem erst in der Unternehmenshierarchie bestimmt werden, wer sich damit beschäftigen soll. Bei einer Verteilung auf mehrere Standorte müssen ganze Verpackungs-Teams mit verschiedenen Verpackungsbeauftragten gebildet werden.
  • Die Zentrale Stelle Verpackungsregister stellt den 1.813-seitigen „Katalog systembeteiligungspflichtiger Verpackungen“ zur Verfügung, bei dem pro Produktkategorie aufgeschlüsselt ist, welche Arten der Verpackung gemeldet werden müssen, und welche nicht. Die Unternehmen müssen für jeden ihrer Artikel in diesem Katalog prüfen, was genau gemeldet werden soll. Beispielsweise steht dort, dass Eistee-Verkaufsverpackungen, die größer als 18 Liter sind, nicht gemeldet werden müssen, kleinere hingegen schon. Bei Milch liegt die Grenze jedoch bei 28 Litern. Dieser Katalog unterscheidet zudem zwischen Umverpackung, Verkaufsverpackung, Transportverpackung und Versandverpackung, was die Interpretation nicht einfacher macht.
  • Wer international versendet, muss seine Daten zudem auf Meldungen in allen EU-Ländern vorbereiten. Die Definitionen der Materialien jedoch ist pro Land unterschiedlich. Während beispielsweise Aluminium in Deutschland erst ab 90% Aluminium-Anteil als Aluminium zählt, liegt die Grenze bei der ARA in Österreich bei 80%. Andere EU-Länder, in denen Verpackung gemeldet werden muss (z.B. Slovenien) haben wiederum andere Definitionen. Also müssen die Daten für jedes Land separat festgehalten werden.
  • Um Lizenzentgelte zu sparen, kann eine Firma von ihren Vor-Lieferanten eine Entpflichtungserklärung einholen, die bestätigt, dass die Lizenzentgelte für ein bestimmtes Produkt bereits bezahlt wurden. Hierzu muss mit einem Rechtsanwalt zusammen ein Dokument entworfen werden, das dann von den Lieferanten zu unterschreiben ist. Manche Lieferanten entpflichten jedoch nur einen Teil der Verpackung (z.B. nur Transportverpackung, aber keine Verkaufsverpackung), und außerdem können sie die Entpflichtung auf einen bestimmten Zeitraum oder bestimmte Produkte beschränken. All diese Beschränkungen sind in der Verpackungsmeldung zu berücksichtigen, und dementsprechend in einer Software mitaufzunehmen. Die Einkaufsabteilungen haben im Moment alle Hände voll mit der Verwaltung und Erfassung der ganzen Entpflichtungserklärungen zu tun.
  • Wenn ein Händler / Produzent seine Logistik outgesourced hat, müssen ab sofort auch die externen Logistiker anfangen, die von ihnen versendeten Verpackungen zu erfassen. Und zwar müssen sie pro Zeitraum und Land wissen, wieviel Gramm Etiketten, Folie, Heißkleber und Kartonage sie dorthin versendet haben. Darauf sind weder die Prozesse der Logistiker noch ihre Software ausgerichtet.
  • Verkaufsbegleitende Artikel, die von den Händlern / Produzenten normalerweise gar nicht als Verkaufsartikel betrachtet werden, müssen in die Meldungen auch miteinfließen. Beispielsweise Geschenkpapier, Einkaufstüten, Alufolie oder Pizzakartons. Ein Geschäft kann nicht mehr einfach so im Geschäft nebenan Geschenkpapier einkaufen, und das als Geschenkverpackung verwenden, sondern muss entweder den Verbrauch des Geschenkpapiers pro Monat in Gramm korrekt im System erfassen, oder eine schriftliche Entpflichtungserklärung des Geschenkpapier-Lieferanten vorliegen haben. Hierfür müssen in den Unternehmen auch Prozesse definiert werden, die es so vorher nicht gab.

Kurz gesagt: die korrekten Verpackungsmeldungen zu machen, ist ungefähr so einfach wie eine Umsatzsteuer-Voranmeldung, oder wie Datenschutz. Es erfordert einen dauerhaften Eingriff in die Prozesse der Firmen, klaren Verantwortlichkeiten und einer komplizierten Berechnungsformel.  Das Verpackungsgesetz animiert nun endlich die Firmen dazu, ihre Hausaufgaben zu machen, und macht den Firmen klar und deutlich, wie viel welcher Verpackungen sie in Umlauf bringen. Da die Meldung der Planzahlen auf Quartalsbasis erfolgt, muss diese Arbeit natürlich alle drei Monate gemacht werden. Die Erfassung hingegen ist ein dauerhafter Prozess, bei dem alle Artikel einmalig aufgesetzt, und dauerhaft gepflegt werden müssen. Wenn alle Daten immer richtig eingegeben werden (was selten der Fall ist), kann eine Berechnung der Meldungen dann so automatisiert werden, dass man nur noch auf einen einzigen Knopf drücken muss. Bis die zugrundeliegenden Daten jedoch eingepflegt sind, ist es ein langer Weg.

Microsoft-Dynamics NAV-Modul für VerpackG?

Alle Benutzer des ERP-Systems Microsoft Dynamics NAV, die in Deutschland vom Verpackungsgesetz (ehemals Verpackungsverordnung VerpackV) betroffen sind, fragen sich nun, wie sie die Meldungen an die Zentrale Stelle überhaupt machen können. Oft werden Verpackungsmaterialien im ERP-System erst gar nicht erfasst, und die Logik rund um Entpflichtungs-Erklärungen der Kreditoren und Debitoren wird auch nicht festgehalten. Wäre es nicht schön, wenn es in Navision dafür eine Lösung gäbe?

Wer hat’s erfunden? Die Österreicher.

Bei meiner Recherche bin ich nun glücklicherweise auf ein NAV-Modul gestoßen, das genau für diesen Anwendungszweck implementiert wurde. Um ehrlich zu sein, lässt es meine Träume wahr werden.

Die ARA in Österreich war schon immer Vorreiter von Verpackungen, und deshalb gibt es von der österreichischen „WITAGO DatenverarbeitungsgmbH“ eine Branchenlösung, die ursprünglich für ARA-Meldungen über Microsoft Dynamics NAV konzipiert wurde. Dadurch entfällt der Aufwand, das alles selbst zu entwickeln.

Herzlichen Dank nach Österreich!

https://www.witago.net/sites/default/files/downloads/Microsoft-Dynamics-NAV_ARA-NEU-Addon.pdf


Welche Daten über Verkäufe und Produkte muss ein Unternehmen…

Um die Meldungen an die Zentrale Stelle (verpackungsregister.org) richtig machen zu können, müssen Unternehmen eine Vielzahl von Daten als Berechnungsgrundlage haben, die bisher vielleicht noch gar nicht vorhanden sind. Im Groben muss man wissen:

  • Welche Verpackung hat ein Produkt, das ich verkaufe?
  • Wie viele Produkte in welcher Größe habe ich in Deutschland in Verkehr gebracht?
  • In welchen Kartonagen habe ich die Produkte versendet, und welche Füllmaterialien waren in diesen Kartonagen? Welches Klebeband wurde für das Paket genutzt, und welche Etiketten wurden auf das Paket geklebt?
  • Welche Produktproben habe ich zusätzlich zum eigenen Produkt noch mitgesendet?
  • Wenn ich eine Filiale habe, welche Einkaufstüten wurden ausgegeben, und in welches Geschenkpapier wurden die Produkte an Weihnachten eingepackt

Gibt es noch weitere Dinge, die Ihnen einfallen? Über eine Diskussion würde ich mich freuen!

Mich persönlich interessiert ja auch noch sehr, wie genau Sie diese Daten in Ihrem ERP-System pflegen. Falls Sie einen Ansatz für Microsoft Dynamics NAV benötigen, können Sie gerne auf mich zukommen – ich helfe Ihnen bei allen Fragen rund um Business Intelligence mit Microsoft Dynamics NAV!

Power BI mit Navision: Welche Kunden kaufen welche Artikel?

Ein wirklich einfaches Beispiel dafür, wie man Microsoft Dynamics NAV mit Power BI zusammen nutzen kann. Business Intelligence auf ganz einfache Art.

Was zeigt es?

Es wird aufgezeigt, welches die besten Kunden sind, da die Größe im Ringdiagramm dem Debitoren-Umsatz entspricht. Darüber hinaus zeigt es, welche Artikel den meisten Umsatz bringen. Diese sind im Balkendiagramm ganz oben.

Und nun kommt der Trick

Wenn man im Ringdiagramm einen Kunden auswählt, dann wird der gesamte Report nach diesem Kunden gefiltert. Ergo sehen Sie dann nur noch die Artikel, die der jeweilige Kunde gekauft hat.
Und umgekehrt: Wenn Sie im oberen Balkendiagramm einen Artikel auswählen, sehen Sie die dazugehörigen Kunden, die diesen Artikel gekauft haben.

Aus welchen Tabellen nimmt er sich die Informationen?

Der Power BI-Bericht greift eigentlich nur auf drei Tabellen zu: Gebuchte Rechnungszeilen (Sales Invoice Line), Debitoren (Customer) sowie Artikel (Item). Diese drei Tabellen werden dann in Power BI über eine Relation miteinander verknüpft, sodass sie zusammenpassen.

Sie können es direkt hier auf der Website ausprobieren, gerne auch im Vollbildmodus.

Sie haben Navision bereits im Einsatz, und fragen sich, wie man die Daten dort drin besser nutzbar machen kann? Gerne berate ich Sie zu Datenauswertungs-Strategien in Ihrem produzierenden Unternehmen, und helfe Ihnen, Ihre Reporting-Landschaft zu verbessern. Bereits mit Excel (Stichwort „PowerPivot“) lassen sich, wenn man es richtig macht, aus NAV bereits viele Auswertungen machen, ohne dass man sich immer die Tabellen herunterladen muss. Auch mit Power BI oder Tableau lassen sich viele Dinge schön darstellen.

Durch automatisierte Auswertungen schaffen wir Transparenz in Ihrem Unternehmen. Und Transparenz führt zu besseren, schnelleren Entscheidungen Ihrer Mitarbeiter, die wiederum bares Geld bringen.

Es werde Licht!

Es werde Licht! Mehr Transparenz für Produzenten, die Microsoft Dynamics NAV verwenden

Sie produzieren eigene Ware, und verkaufen diese an Kunden? Dann haben Sie von Einkauf, Produktion, Lagerverwaltung, Versand, Buchhaltung bis zu Vertrieb eine Menge komplexer Prozesse, die in NAV abgebildet werden. Meine Aufgabe besteht nun darin, diesen Datenschatz für Ihre Fachabteilungen und die Geschäftsführung so transparent zu machen, dass jeder immer alle für ihn wichtigen Daten im Blick hat. Denn durch Transparenz für Ihre Experten können diese dauerhaft bessere Entscheidungen treffen, und dadurch steigt letztendlich der Unternehmensgewinn.

Dafür setze ich mich mit Ihren Experten zusammen, berate sie, und setze jeden Wunsch nach automatisierten Zahlenauswertungen nachhaltig um. Management, Durchführung und Implementierung von Business-Intelligence-Projekten. Anzeige von Reports, Echtzeitdaten und Dashboards lassen Ihre Fachabteilungen produktiver werden. Darüber hinaus Schulungen und Beratung zu Power BI.

Bildquelle: Dark Light von darkday, lizensiert unter CC BY 2.0